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Kultur

Religions in French Polynesia

Anders als im Mutterland Frankreich spielt Religion heute noch eine wichtige Rolle in Französisch-Polynesien. Die Menschen sind sehr gläubig und praktizieren ihren Glauben intensiv.

 

·         Protestantische Kirche (45 Prozent der Bevölkerung)

Einst bekannt als die Evangelische Kirche von Französisch-Polynesien (Evangelical Church of French Polynesia, kurz ECEP), ist sie nun die Maóhi-Protestanten-Kirche. Diese besondere Glaubensgemeinschaft unterscheidet sich von den meisten protestantischen Glaubensgemeinschaften in dem Punkt, dass sie die von Duro Raapoto verbreitete Lehre annimmt, welche die Identität der Maóhi, die Rückkehr zu Land und Tradition, zu dem Kern ihres Glaubens macht. „Gott” ist hier gleichbedeutend der Gottheit Ta’aroa (der Gott der Schöpfung im tahitianischen Polytheismus). Alle Maóhi Pfarrgemeinden lesen aus dem Text Faraite moa haapaeraa maa no te Hau (Liturgie des “Karfreitags”, dem Tag an dem für Frieden gefastet wird), der sich auf die Maóhi Identität, die Erde und die Plazenta (siehe unten) bezieht.

 

·         Katholische Kirche (34 Prozent der Bevölkerung).

Es gibt eine starke Gemeinschaft an Katholiken, die besonders in den Marquesas vertreten ist. Polynesische Katholiken haben ihre Traditionen in ihren Glauben aufgenommen: Durch Übersetzen und Adaptieren von Schriften und Liedern und durch das Organisieren von Veranstaltungen mit Musik und Tanz.

 

·         Kirche der Mormonen, oder Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage (6 Prozent der Bevölkerung).

Wie auch andere westliche Religionen, stimmten die Mormonen ihre Botschaft auf das polynesische Kulturerbe ab. Religiöse Minderheiten sind auch die Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten (5 Prozent)  und die Sanitos (3,5 Prozent der Bevölkerung). Diese, historisch mit den Mormonen verknüpfte Glaubensrichtung, spaltete sich von der Hauptgemeinschaft ab, um sich dem Protestantismus zu nähern.

 

·         Populäre Glauben und Praktiken

Die Maóhi Kultur und der Glauben in Mutter Erde wurden durch die Tätowierungen, den Ti‘i und den Ti’ki (antike, manchmal auch furchterregende Statuen) und durch die restaurierten und modernisierten Marae (heilige Zeremonienstätten) wiederbelebt. Auf Tahiti wird das Arahurahu Marae genutzt, um Hochzeiten und Amtseinführungen von Häuptlingen (Ari’i) nachzuspielen. Auf Ra'iātea wird der Taputapuatea Marae-Komplex heutzutage von Maoris besucht. Die Maoris organisieren viele Pilgerfahrten dorthin. Auf einigen Inseln finden Kava-Zeremonien, traditionelle Tänze, Haka (den Maori entliehen) und während des Matariki-Festivals Opfergaben an die traditionellen Götter statt. Zum Vergnügen der Touristen werden traditionelle Hochzeitszeremonien von Tahau (tahitianischen Priestern) abgehalten. Der weit verbreitete Brauch des Plazenta-Begräbnisses rührt von dem starken Glauben der Inselbewohner an die Erde: Er markiert eine essentielle Verbindung zwischen dem Kind und „Mutter Erde“.

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